…und nun auch von unserer Seite:
Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und ein paar ruhige, erholsame Feiertage.
Viele von uns haben in diesen Tagen zusätzlich Urlaub eingereicht - kein Wunder bei der Möglichkeit, gleich zwei Wochen bei nur 8 Urlaubstagen der Arbeit fern bleiben zu dürfen.
Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, wird feststellen können, daß Ruhe und Erholung in einigen Teilen dieser Welt auch dieses Jahr wieder auf sich warten lassen.
Das sogenannte “Konfliktbarometer” des “Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung” listet für das Jahr 2007 weltweit 6 Kriege und 25 ernste Krisen auf. Insgesamt zählten die Forscher 328 Konflikte rund um den Globus, 130 davon waren gewaltsam.
Derweil wird z.B. regelmäßig aus dem Tibet berichtet, obwohl durch die Ausweisung der anwesenden Journalisten die Berichterstattung kaum noch möglich ist.
Mit dem Tibet verbinden wir die derzeit herrschenden Unruhen, die aufgrund des 49. Jahrestag des Tibetaufstandes von 1959 im März dieses Jahres aufgeflammt sind (im Jahr 1950 wurde Tibet seitens der VR China okkupiert).
Als nächstes verbinden wir den Dalai Lama mit dieser Region und kommen schon bald mächtig ins Schleudern, wenn wir Details zu seiner Person wiedergeben sollen.
Den meisten Menschen dürfte die Tatsache gänzlich unbekannt und angesichts der Unruhen auch relativ unbedeutend erscheinen, daß einer der drei Flughäfen dieser Region eine Superlative darstellt.
Die Startbahn des Flughafens Qamdo Bangda (IATA-Code: BPX; ICAO-Code: ZUBD) hat eine Länge von 5.500 Metern und hält damit unter den zivilen Flughäfen den Längenweltrekord. Mit einer Lage von 4.334 Metern über dem Meeresspiegel zählt er zudem zu den höchstgelegenen Landeplätzen der Welt.
Die Startbahnlänge ist aus technischen Gründen notwendig, da durch die Höhenlage weniger Sauerstoff für die Turbinen der Flugzeuge zur Verfügung steht - damit ist die Leistungsfähigkeit der Triebwerke stark herabgesetzt. Folglich ist bei einem Start ein “größerer Anlauf” nötig als in niedrigen Höhenlagen.
Als einzige Fluglinie steuert derzeit Air China diesen Platz an. Die wöchentlich durchschnittlich elf Flugverbindungen werden in diesen Tagen womöglich durch weitere militärische Verbindungen ergänzt, da die chinesische Regierung mit allen Mitteln versuchen wird, die Bestrebungen zur Wiedererlangung der tibetischen Unabhängigkeit zu unterdrücken.
Dieses (politische) Thema gehört jedoch nur bedingt auf unsere Seite - wenngleich wir über unseren Tellerrand blickend trotzdem sehr gespannt über den Ausgang dieser Geschichte sein dürften.
Mit Sicherheit wird es gewisse Auswirkungen auf die olympischen Spiele in diesem Jahr mit China als Austragungsland geben. Mit Sicherheit wird es auch weitere kritische Stimmen in der Bevölkerung geben.
Für landesweite Protestwellen und Großdemonstrationen wird dieses Thema hierzulande leider nicht taugen, denn schließlich dreht es sich hier (ungeachtet der angewendeten Gewalt) nur die VR China und nicht etwa um die USA… <ironie>
Also dann, wünschen wir uns, daß nun bald endlich einmal Ruhe herrschen wird - wohin wir auch blicken mögen.
EG
(kritische Anmerkungen zum Zeitgeschehen spiegeln auschließlich die Meinung des Autors wider - die Augen zu verschließen und wegzusehen ist jedoch nicht mehr zeitgemäß!)