…ist manchmal eine Reise wert!
In diesem Fall berichten wir über eine Reise zur Hugo-Junkers-Kaserne in “Alt Duvenstedt” bzw. den Flugplatz in der Ortschaft Hohn in der Nähe von Rendsburg - zum dort ansässigen LTG 63.
Und wenn “einer (wie wir) eine Reise tut”, dann mit dem Hintergedanken, etwas Aeronautisches in Augenschein zu nehmen und vielleicht auch alte Kontakte zu pflegen.
Und so erging es WoGri und Christoph, die bei dem LTG 63 “dienten” und in diesem Rahmen einen Besuch organisierten.
In einer kleinen Runde (sechs Mann im Alter zwischen 5 (!) und 75 Jahren) machten wir uns am 19.04. auf den Weg zur Hugo Junkers Kaserne, und wurden dort von Herrn Leistner herzlich empfangen.

Suchbild - zwei fliegende Legenden stehen auf diesem Kasernengelände
Wir in Hamburg kennen diese Eindrücke ja schon, wenn eine Ju52 über unseren Köpfen ihre Runden dreht. Das Exemplar an diesem Standort ist jedoch schon lange “ganz leise”.

Sie wurde im Jahr 1939 gebaut und diente zuletzt der portugiesischen Luftwaffe

Im Jahr 1971 wurde sie der Luftwaffe geschenkt und mit Hilfe zweier Transall in demontiertem Zustand nach Hohn geflogen.
Seit dem steht sie unter freiem Himmel und wird von der dortigen Traditionsgemeinschaft künstlich beatmet. Sehr schön restauriert sind inzwischen die Motore, auch die Zelle ist äusserlich noch schön anzuschauen. Allerdings sind die Bodenplatten recht morsch, was die Besichtigung von innen leider unmöglich machte.
Und auch Sturmböen machen um historische Dinge keinen Bogen. Als Folge eines schweren Sturmes fand man eines morgens das Seitenleitwerk der Ju52 neben dem Rumpf vor. Es war schlichtweg abgerissen und lag nun im Gras.

Derzeit wird das Leitwerk restauriert und bald wieder montiert
Sehr eindrucksvoll, diesen alten Vogel aus der Nähe zu bewundern, da in diesem Wellblech ungeschönt die Spuren der letzten knapp 70 Jahre zu erkennen sind.

Aber das war noch nicht alles.
10 Jahre nach dem Bau dieser Ju52 erblickte ein weiteres Ausstellungsstück das Licht der Welt: eine Noratlas, die 1949 zu Ihrem Erstflug startete.
Sie wurde nach Ihrer Ausserdienststellung vom LTG 61 an das LTG 63 übergeben und ist seitdem in der Nähe der Wache zu bewundern.




Aber auch hier nagt der Zahn der Zeit sowie die Gewalten der Natur. Die Gemeinschaft hat alle Hände voll zu tun, dieses Ausstellungsstück bei Laune zu halten.
Feierabend und Heimreise? Nein - weit gefehlt.
Nach einem Abstecher in den Museumsraum der Hugo Junkers Kaserne, wo die Geschichte dieses Geschwarders eindrucksvoll mit Fotowänden, Modellen, Uniformen und allerlei Erklärungen dargestellt wurde, ging es weiter in Richtung Flugplatz.
Eindrücke aus dem Museum:

Herr Leistner schildert das Abwerfen von Ladungen aus der Transall

Die Transall im Rahmen der humanitären Einsätze

Kennung in Landessprache

Presseberichte über die unzähligen Flüge im Rahmen von humanitären Einsätzen bei Hungerkatastrophen.
Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, mit den beiden Herren am Flugplatz sowie mit den dort abgestellten Fliegern. Bei einem sehr nett gestaltenen Rundgang konnten zwei Transall und eine UH1D besichtigt werden - in allen Einzelheiten wurden unsere Fragen beantwortet - vor allem aber war es interessant, die Flieger in verschiedenen Zerlegungszuständen zu sehen, denn viele technische Details sind normalerweise überhaupt nicht erkennbar.
Leider ist es aus nachvollziehbaren Gründen uns leider nicht möglich, die Aufnahmen aus diesen Bereichen an dieser Stelle zu zeigen.
Ein rundum gelungener Besuch, der bestimmt wiederholt wird. Wir bedanken uns sehr für die Gastfreundschaft und hoffen sehr, unsere Gastgeber auch einmal in Hamburg empfangen zu können.
Vielleicht war dieser Tag auch eine Art Auftakt für weitere Unternehmungen in dieser Form - denn es ist sehr schon schön zu erfahren, auf wieviel Interesse unser Projekt gestoßen ist.
Bis bald vielleicht!
EG
PS.:
Unser Beitrag zur Nachwuchsförderung :o)
