Archive for August, 2009

Der Blick in den Rückspiegel…

Samstag, August 1st, 2009

… oder - was war in den letzten Wochen mit dem Verein los !?!

Nun, dem einen oder anderen Leser wird es aufgefallen sein, es herrschte ein wenig Ruhe im Logbuch - die sonst so lebhafte Seite hielt sich etwas zurück mit ständigen Wortmeldungen zu aktuellen Themen sowie zum Hauptthema HANSA JET.

Der Grund dafür war und ist, daß es im Hintergrund unglaublich viel zu bewegen gab, nicht nur zu unserem Kernthema, sondern gelegentlich auch einmal “auf ganz anderen Baustellen”.

Dabei verlief das erste Halbjahr alles andere als still und leise. Und deshalb gibt es nun auch eine kleine Zusammenfassung zu dem, was bisher die Gemüter bewegt hat.

Das Jahr fing alles andere als zufriedenstellend an, als das ehemalige Hamburger Kreuzfahrtschiff, die damalige TS HAMBURG und spätere MAXIM GORKIY trotz intensiver Vorbereitungen statt als Museumsschiff in Hamburg nun als Schrotthaufen in Indien enden musste.

Dabei hätte dieses traditionsreiche Schiff eine wunderschöne Attraktion auf dem diesjährigen Hafengeburtstag abgegeben. Diese Rolle übernahmen dann aber nicht nur die anderen Traditionsschiffe, sondern vor allem die “Patrouille de Suisse”aus dem diesjährigen Partnerland dieser Veranstaltung, der Schweiz. Diese Kunstflugformation übernahm im engsten Sinne denn auch die Rolle, denn selbige wurde in atemberaubender Manier über Hamburgs Hafen mehrfach geflogen. Dabei war es nicht nur die optische Wirkung, die uns Hamburgern den Atem verschlug, es war auch die Akustik, die durch Mark und Bein ging. Während meine Zeilen durchaus anerkennend und positiv gemeint sind, schlug dieser Darbietung in einigen wenigen Teilen der Bevölkerung auch Ablehnung entgegen.

An den Krieg fühlte man sich erinnert (F5 über Hamburg im Krieg?), Lärm und Umweltverschmutzung (und was passiert in Fuhlsbüttel jeden Tag - und warum dürfen dann noch alte Schiffe in Hamburgs Hafen qualmen?).

Viele - und so auch der Autor - waren begeistert und denken gern an diese Vorführung zurück.

Apropos Vorführung: unser Verein war ja nun auch nicht untätig - und so berichten wir zunächst einmal über die Öffentlichkeitsarbeit. Auch in diesem Jahr waren wir wieder auf der AIX (Aircraft Interior Expo) vertreten und ernteten immer mehr Beistand. Dieser ist beispielsweise dafür wichtig, unsere Triebwerke in den nächsten Wochen zwecks Instandsetzung fachgerecht zu verpacken und in die USA zu versenden. Darüber wird dann aber wieder in alter Manier ausführlich berichtet.

Nicht nur in Hamburg waren wir vertreten, auch in Berlin durften wir uns dieses Jahr auf dem Parlamentarischen Abend zeigen. Stellt sich der Leser nun die Frage, was wir auf diesen vielen Veranstaltungen denn wollen, ausser einen guten Eindruck zu machen, so ist eines ganz deutlich hervorzuheben: Ohne die richtigen Kontakte hat es unser Projekt sehr schwer. Erst durch die richtige Förderung können wir den steinigen Weg gehen, den HANSA JET wieder flugfähig zu restaurieren. Und diese Lobbyarbeit ist dabei ein ganz wichtiger Schritt. Lob und Anerkennung auf der einen Seite, aktive Zusage von Hilfe und Unterstützung auf der Anderen Seite ebnen uns erst den Weg.

Weg: da war doch noch ´was… Auf dem Rückweg von Berlin nach Hamburg legten wir einen kleinen Zwischenstopp am Luftwaffenmuseum in Berlin Gatow ein. Dort stehen zwei HANSA JET in mehr oder minder gutem Erhaltungszustand als Exponate im Freien. Dem Museum ist bezüglich des Zustands kein Vorwurf zu machen, denn der Hallenplatz ist nun einmal stark begrenzt. Und unter freiem Himmel wird vieles nun einmal nicht unbedingt besser. Abhilfe schafft hier eine Absprache zwischen unserem Verein und den Verantwortlichen des Museums, sich zukünftig gegenseitig zu unterstützen. Sobald die beiden HANSA JET, ein ECM-Flieger und eine VIP-Maschine, in die Restaurierung geraten, stehen wir gern helfend zur Verfügung.

Und damit wir nicht aus der Übung geraten (bei einigen hauptberuflichen Schraubern aus unseren Reihen auch nur schwerlich möglich), gibt es ja auch noch ein anderes Patenkind, dem wir unter die müden Flügel greifen. Die in Hohn abgestellte Noratlas (Kasernengelände - Alt Duvenstedt) steht nun schon seit langer Zeit etwas traurig am Haupteingang und sammelt Wassermassen. Um diese Maschine verdientermaßen zu erhalten, sind einige kosmetische Eingriffe erforderlich. Der Startschuss für diese Maßnahmen fiel ebenfalls in diesem Frühjahr.

Und wo hat bei diesen vielen Vorhaben nun noch der HANSA JET seinen Platz?

Unser Flugzeug steht ganz klar an erster Stelle - und daher nehmen wir jede Gelegenheit war, die Restaurierung vorzubereiten. Das fängt mit der Öffentlichkeitsarbeit an, geht mit der Beschaffung von Ersatzteilen weiter und endet damit, sich intensiv auf die tatsächliche Arbeit vorzubereiten. Dazu gehört auch das Thema “Umzug”, was ebenfalls separat behandelt wird.

Ach ja, Umzug: in umzugkartonartigen Behältnissen sind bekanntlich unsere Zeichnungssätze untergebracht, die derzeit von einigen Helfern durchforstet werden. Die Akten sind soweit erfasst und stehen in unserem temporären Verzeichnis (unser Behelfsbüro) übersichtlich und geordnet bereit.

Bereit stehen auch einige von uns, weitere Ersatzteile herbeizuholen, die uns vor einiger Zeit angeboten wurden.

Man sieht also, wir stehen nicht still, auch wenn es zwischenzeitlich einmal stiller um uns wird.

Zu guter letzt möchte ich aber noch ein Ereignis erwähnen, bei dem uns ein hübsches Stück HANSA JET übereignet wurde. Es handelt sich dabei um eine Plakette, die im eigentlichen Leben das Steuerhorn mittig ziert. Und genau eine solche Plakette ist uns von einem netten Menschen übereignet worden - wir können Sie in jedem Fall gebrauchen und halten sie in Ehren, bis sie vielleicht eines Tages einmal fliegen lernt.

plaketteuebergabe-450.JPG

Und damit verbleiben wir erst einmal bis zur nächsten Zwischenmeldung. Diese wird nicht lange auf sich warten lassen, denn in diesem Jahr haben wir noch viel vor!

In diesem Sinne

E.